Was ist Ergotherapie?

Die Ergotherapie unterstützt Kinder (und auch Erwachsene) dabei, im Alltag wieder selbstständig, sicher und mit Freude zu handeln. Ziel ist es, die Fähigkeiten zu stärken, die für ein selbstbestimmtes Leben wichtig sind – damit alltägliche Aufgaben wieder gelingen und das Selbstvertrauen und die Lebensfreude wachsen können.

Jedes Kind ist einzigartig – ebenso die Herausforderungen, die seine Handlungsfähigkeit beeinflussen können. Manchmal liegen die Ursachen im körperlichen Bereich, manchmal im emotionalen, sozialen oder kognitiven. In der Ergotherapie wird das Kind dort abgeholt, wo es gerade steht.

Der Blick richtet sich dabei immer auf die Stärken und Ressourcen des Kindes sowie auf sein Umfeld. Gemeinsam mit den Eltern werden individuelle Wege gefunden, die Entwicklung zu fördern und den Alltag Schritt für Schritt leichter zu machen.

Kind bei einer ergotherapeutischen Übung in ruhiger Praxisatmosphäre bei Ergo Aufschwung in Großarl
Ein Kind erlebt Freude und Spaß bei der ergotherapeutischen Förderung in der Praxis von Christine Gschwandtl

Ergotherapie mit Kindern

In meiner ergotherapeutischen Praxis werden Kinder behandelt, die beim Spielen, Lernen oder in ihrem Alltag (z.B. Kindergarten, Schule, zu Hause) Herausforderungen haben.

In meiner Arbeit als Ergotherapeutin sehe ich mich als einen dieser Umgebungsfaktoren der mir anvertrauten Kinder. Ich möchte ihnen einen geschützten Rahmen bieten, in dem sie sich frei ausprobieren und neue Erfahrungen sammeln können. Der Grundgedanke von Ergotherapie beschreibt die gesundheitsfördernde Wirkung von sinnstiftenden Tätigkeiten. Es gilt Tätigkeiten in der Therapie zu finden, die das Kind weder über- noch unterfordern und für das Kind bedeutungsvoll sind. Durch ein gezieltes therapeutisches Angebot, das Körper und Sinne anregt, die kindliche Neugierde und intrinsische Motivation weckt, lernt das Kind Zusammenhänge zu verstehen, erweitert sein Handlungsrepertoire und erwirbt neue Kompetenzen und Fähigkeiten. Das Entwickeln von eigenen Problemlösungsstrategien und das Erlangen von mehr Selbständigkeit stärken den Selbstwert und die Selbstwirksamkeit des KindesIch kann das schaffen. Ich glaub an mich.

Das Kind kann Erfolgserlebnisse für sich verbuchen und verbessert seine Motorik, Koordination, Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Selbstregulation.

Wann braucht mein Kind Ergotherapie?

Wahrnehmung und Bewegung stehen in einem direkten Zusammenhang mit Lernen und Verhalten. Wenn Sie bemerken, dass bei Ihrem Kind in einem oder mehreren dieser Bereiche Schwierigkeiten oder unerklärliche Veränderungen beobachtbar sind, kann eine Abklärung seitens der Ergotherapie sinnvoll sein.

Spezielle ergotherapeutische Angebote können sich förderlich auf verschiedene Blockaden, Störungen oder Rückstände in der Entwicklung auswirken und die Weichen für neue Entwicklungsschritte stellen.
Ob eine Therapie indiziert ist hängt immer vom Ausmaß des persönlichen Leidensdruckes ab. Die Entscheidung für oder gegen eine Therapie obliegt den Familien selbst.

Ergotherapie unterstützt Kinder mit

  • Entwicklungsverzögerungen
  • Wahrnehmungsverarbeitungsstörungen
  • Tonusregulationsproblemen
  • Schwierigkeiten in der Grobmotorik
  • Fein- und graphomotorischen Schwierigkeiten
  • Schwierigkeiten in der Handlungsplanung
  • Lernschwierigkeiten (Lese-Rechtschreibschwäche, Rechenschwäche)
  • Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen (bis zu AD(H)S)
  • Autismusspektrumstörungen (ASS)
  • Neurologischen Erkrankungen (Epilepsie, CP)
  • Syndromen und Behinderungen
  • Problemen im Sozialverhalten (z.B. Verhalten in der Gruppe, Umgang mit Regeln und Grenzen)
  • Problemen im Alltag (z.B. Körperpflege, Essen, Anziehen, Hausaufgaben)
Kind bei spielerischer Ergotherapie zur Förderung von Motorik und Konzentration

„Du bist mutiger, als du glaubst, stärker, als du scheinst, und klüger, als du denkst.“

A.A. Milne (Winnie Puuh)